Beide Öle verstärken Maserung und Tiefe, ohne Plastikglanz. Trage dünn auf, massiere mit fusselfreiem Tuch ein und entferne Überschuss nach wenigen Minuten. Wiederhole nach Trocknung in mehreren hauchfeinen Schichten. Tungöl ist wasserbeständiger, Leinöl verbreitet klassische Wärme. Achte auf Öllappen-Selbstentzündung: Tücher in Wasser tränken oder ausgebreitet trocknen. Lüfte gut, arbeite ruhig. Mit Geduld entsteht eine gleichmäßige, reparaturfreundliche Oberfläche, die kleine Kratzer eher poliert als bloßlegt. Ideal für Tische, Stühle und Schubladenfronten, die täglich berührt werden und lebendig altern dürfen.
Ein feines Wachsfinish erzeugt einen warmen Schimmer und angenehme Haptik. Bienenwachs pflegt weich, Carnaubawachs erhöht Härte und Abriebfestigkeit. Trage sparsam auf, poliere nach kurzer Ablüftzeit in kreisenden Bewegungen. Mehrere hauchdünne Lagen statt einer dicken schaffen Gleichmäßigkeit. Ideal zur Pflege zwischendurch, wenn Ölflächen matt werden. Wachse sind punktuell reparierbar, duften dezent und belasten die Raumluft wenig. Achte auf Temperatur: Zu kalt lässt Wachs schmieren, zu warm macht es schmierig. Das Ziel ist eine samtige, unaufdringliche Oberfläche, die zum Berühren einlädt.
Schellack, gelöst in Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs, schafft einen feinen, warmen Glanz und ist leicht auszubessern. Arbeite in dünnen, zügigen Schichten, poliere mit Ballen oder Tuch. Lüfte gut, plane kurze Pausen, und vermeide Übernässung empfindlicher Fugen. Vorteil: Kratzer lassen sich später punktuell anschmelzen und verschlichten. Für Tische mit heißem Geschirr weniger geeignet, für Kommoden, Rahmen und Musikinstrumente wunderbar. Achte auf Ruhe im Handgelenk, denn Rhythmus zählt. Diese traditionelle Oberfläche atmet Geschichte und bleibt im Alltag erstaunlich praktisch, wenn du sie regelmäßig sanft abstaubst und schonend behandelst.
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